der schreiner ihr macher wir machen profis lehrbetrieb
 
Schreinerei Imseng AG
Untere Dorfstrasse 25
CH-3906 Saas-Fee
 
Tel. +41 27 957 36 36
Fax +41 27 957 31 43
 
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alles koennen wir

   

Geschichte aus der Jubiläumsschrift 1950 - 1990

     
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1950 - 1990, das heisst 40 Jahre Schreinerei Imseng, das heisst aber auch 40 Jahre Aufbau und Arbeit, immer bestrebt, noch leistungsfähiger zu werden
Schreiner ist einer der traditionsreichsten und ältesten Berufe überhaupt. Die Verarbeitung des faszinierenden Rohstoffes Holz stand früher und steht auch heute noch im Mittelpunkt dieses Berufes. So zeitlos wie das Holz ist auch der Schreinerberuf. Sicher sind im Laufe der Jahre moderne Verarbeitungsmaschinen und Hilfsmittel dazugekommen. Doch der Bezug zum natürlichen Werkstoff ist geblieben. Dies merkte auch Erich in jungen Jahren und beschloss, ein naturnahes Handwerk zu erlernen.

Es war nicht selbstverständlich, dass man damals in Saas-Fee als fünfzehnjähriger Jüngling einen Beruf erlernen konnte.

Vater Heinrich, der als Bergführer und Skilehrer seinen Lebensunterhalt verdiente, ist es zu verdanken, dass Erich die Lehre als Bauschreiner in Angriff nehmen konnte.
Die Zeit der Lehre ist mit der heutigen Ausbildung kaum zu vergleichen. Man denke nur an die Entlöhnung: 1. Lehrjahr Fr. 1.- pro Tag, 2. Lehrjahr Fr. 1.50 pro Tag, 3. Lehrjahr Fr. 2.- bis 2.50 pro Tag, 4. Lehrjahr Fr. 2.50 und mehr, je nach Leistung

Nach der Zeit, die Erich als Arbeiter bei seinem Lehrmeister verbracht hatte, entschloss er sich, selber einen kleinen Betrieb zu eröffnen. Im Hause Bergfreude wurde ihm von den Eltern ein Raum zur Verfügung gestellt, in dem er nun auf eigene Rechnung werken konnte. In den folgenden Jahren ging es mit der Arbeit lebhaft aufwärts. Auch die private Seite war sehr glücklich. Nach der Heirat mit Anna Lomatter im Herbst 1956 richtete sich Erich im Erdgeschoss des gemeinsam erbauten Hauses Rhodania eine mechanische Werkstatt mit dem "grosszügigen" Ausmass von 12 x 10 m ein.

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  Dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht, wusste Erich immer schon. Im Sport fand er damals wie heute den Ausgleich zu seiner eher staubigen und körperlich anstrengenden Arbeit. Durch die ständig steigenden Arbeitsaufträge sah sich Erich veranlasst, einen tüchtigen Mitarbeiter einzustellen. Diesen fand er in der Person von Wolfgang Pabinger aus Österreich, der 5 Jahre in Saas-Fee tätig war.

  Da die kleinen Schreinersöhne noch nicht hundertprozentigen Einsatz leisten konnten, musste sich Erich bald einmal entschliessen, weitere leistungsfähigere Berufsleute einzustellen. In den sechziger Jahren stellte die kleine Firma vor allem Aussen- und Innentüren, Schrank- und Küchenelemente, Wand- und Deckenverkleidungen sowie Fenster und Fenstertüren her.
Es war die Zeit, in der sich Erich die Grundsteine für eine solide Firma mit vielseitigem Können legte. Sein stetes Bemühen um eine ordentliche und gute Arbeit wurde auch in Folge mit schönen Aufträgen belohnt.
Um den Anforderungen gerecht zu werden, musste sich Erich einen zusätzlichen Werkraum nordöstlich der damaligen Werkstatt einrichten.

  Schreiner sein, das ist schön.
Aber all die Arbeiten, die man als Chef nebenbei zu erledigen hat, brauchten viel Zeit. Man bedenke, dass Erich Architekt, Zeichner, Vorarbeiter und Bürolist in einer Person war. So gab es manchen Sonntag, den er im Büro mit dem Schreiben von Offerten und Rechnungen verbrachte.

  Es ging auch mal was schief.
So erinnert sich die Ehegattin zum Beispiel an eine Baustelle, auf der Erich sämtliche Scheiben für die Fenster um 20 cm zu kurz bestellte, weil er bei der Massaufnahme das erste Glied des Meters nicht aufgeklappt hatte.

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  Mitte der sechziger Jahre begann ein ungeheurer Aufschwung in der Bauwirtschaft, hervorgerufen durch den steigenden Fremdenverkehr. Um konkurrenzfähig zu bleiben, musste ständig der Maschinenpark verbessert und erweitert werden.
All die neuen Maschinen brauchen natürlich Platz. Deshalb entschloss sich Erich, auf dem erworbenen Grundstück eine grosse Werkstatt zu bauen.
Auf diese neue Werkstatt konnte er stolz sein, bestand sie doch aus einem Maschinenraum, Bankraum, Spritzraum, Lager für Holz und Platten, Beschlägemagazin sowie einem Büroraum. Im Erdgeschoss wurden Garage, Furnierlager und Unterkünfte für Arbeiter eingerichtet. Ebenfalls befinden sich dort der Spänesilo sowie der Heizraum. Die damals installierte Unterschubverbrennungsanlage war eine der ersten solcher Holzheizungen in der Schweiz.

 

"Holz isch heimelig"
sicher richtig, was aber dahintersteckt, welche vielfältigen Möglichkeiten sich bei der Verarbeitung dieses so lebendigen und warmen Rohstoffes bieten weiss vor allem Schreiner Erich. Die Auswahl der richtigen Hölzer und das fachmännische Verarbeiten gehören zu den Kernaufgaben des Schreinerberufes. Je mehr wir uns der Natur entfremden und sie technisieren, desto mehr wir die Arbeit des Schreiners geschätzt.
Michi fragt die Mama: "Warum stehen Papas Ohren so ab?" - "Da kann keiner was dafür, das hat der liebe Gott so gemacht" - "Mama, bei dem lassen wir nichts mehr machen!"

 

Die Anzahl der Mitarbeiter stieg ständig an. Doch es ist nicht nur die Arbeit, die die Firma zusammenhält. Immer wieder trifft man sich gerne zu einem Betriebsausflug oder zu den berühmten Firmafesten.
So organisierte die Firma z.B. einen dreitägigen Ausflug ins Appenzellerland. Im Frühjahr 1985 war es die "Haute-Route", die man gemeinsam unter die Füsse nahm. Die meisten der Mitarbeiter erinnern sich bestimmt noch heute an den Sonnenstich, welchen der Meister in Arolla einfing.

 

Erich hat 22 Holzwürmer zu Möbelschreinern ausgebildet. Erfreulicherweise kann man zu den gegenwärtigen Lehrlingen auch eine junge Dame zählen. Aber nicht nur Lehrlinge kommen und gehen. Erich hat auch schon manches "Grüezi" angestellt, das bei der vielfältigen Arbeit in der Firma grosse Berufserfahrungen sammeln konnte. Verlässt dann ein "Biezer" nach längerem Arbeitsaufenthalt die Firma, wird meistens ein Abschiedsfest gefeiert, bei dem auch mal aus dem Schuh getrunken wird.

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Der Beruf des Schreiners hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Der Schreiner ist nicht mehr nur der singende Handwerker, der die Späne fliegen lasst. Die Technik hat auch in diesem Gewerbe Einzug gehalten. Das Bedienen modernster Verarbeitungsmaschinen, die Vorbereitung, die Planung und das Erstellen der detaillierten Pläne gehören ebenso dazu wie die Beratung der Kundschaft.

  Seit der Entstehung der Firma haben sich die Anforderungen der Kunden grundlegend verändert. Der Kunde von heute ist preisbewusst, erwartet Qualität verbunden mit neuzeitlichem Design und natürlich muss jeder Centimeter Platz voll ausgenutzt werden können. Diese steigenden Anforderungen und immer wieder neue Arbeitsmethoden zwingen den Schreiner dazu, immer am Ball zu bleiben. Man bedenke auch, dass bei der Firma Imseng etwa 80% der ausgeführten Arbeiten in eigener Planung hergestellt werden. So sah sich Erich gezwungen auch die Büroräumlichkeiten zu vergrössern. Um auch im Bürobereich den Anschluss nicht zu verpassen, werden seit einiger Zeit sämtliche Aufträge mit dem Computer bearbeitet.

  Dass alle vier Söhne der Familie Imseng Schreiner gelernt haben, ist sicher nicht Erichs Schuld. Jeder von ihnen liebt das Holz und hat Freude am handwerklichen "Schaffen". Da alle tüchtig im väterlichen Betrieb mitarbeiten, entschloss sich Erich, im Sommer 1986 eine Aktiengesellschaft zu gründen. Natürlich ist auch Mutter Anna an der AG beteiligt, ist sie doch das Herz der Familie und hat stets ein offenes Ohr für die alltäglichen Berufssorgen.

  Moderne Einrichtungen und Arbeitsmethoden haben an der Ursprünglichkeit und Schönheit des Schreinerberufes nichts geändert. Im Gegenteil, der Beruf des Schreiners ist mehr denn je auf die Zukunft ausgerichtet. Man kann mit Zuversicht in die Zukunft sehen. Handwerk hat goldenen Boden. Dies gilt auch im Zeitalter des Computers. Die wirtschaftliche Lage des Schreinergewerbes darf als günstig betrachtet werden. In der neuzeitlichen Architektur und dem Innenausbau verlangt man heute mehr denn je den Baustoff Holz. Aufgrund dieser guten Aussichten hat sich die Schreinerei Imseng AG ein grosses Lager an Massivholz angelegt. Es gibt noch viel zu tun, packen wir's an.
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